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Samstag, 11. Mai 2013
Festival
Im Licht des Stroboskops, im Staub unter der sengenden Sonne, zwischen den Pfützen, keine Zeit, kein realer Raum, keine Namen – wie in Rückblenden, Ausblicke in eine Zukunft die nie so kommt, wie wir sie in dem Moment träumen. Wir wissen es. Sie wissen es. Alle wissen es – eigentlich. Singend, tanzend, strauchelnd, fallend, haltend, verliebend, entliebend, wartend, jauchzend und schluchzend. Losgelöst für ein paar Stunden, ein paar Tage. Hier ist überall, hier ist nirgendwo, hier ist zehntausendfach. Die Hände über den Köpfen, die vertrauten Gesichter der Fremden. Eine Ahnung von „Wir“. Ein Gefühl von „Jetzt und hier“. Gemeinschaft auf Zeit. Lachen, weinen, halten, loslassen, kommen und gehen. Am Ende Versprechen, Hoffnungen, Wünsche, Lügen und Worte wie Tätowierungen, Momente wie Denkmäler. Ein Blick zurück, die ersten Traversen am Boden, Nightliner im Schlamm, Backdrops im Wind, Fahnen winken, Konfetti in den Pfützen, Aufkleber an Laternen, neues T-Shirt übergestreift, Erinnerungen wie Trophäen. Hier ist zehntausendfach alles.
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Mittwoch, 10. November 2010
Warum eigentlich Rockumentary??
Seit Jahren beschäftige ich mich nun schon mit Rockmusifilmen und leite gemeinsam mit Prof. Wulff und einer fleißigen Redaktion das Rockumentary-Projekt. Aber was ist daran eigentlich interessant?, fragt man mich gerne... hier einfach das Vorwort unseres Lesebuchs (Erster Teil) als kleine Einführung und Erklärung:
Nahezu unbeachtet von Film- und Musikwissenschaft hat sich mit dem Rockmusik-Dokumentarfilm und seinen verschiedenen Untergattungen in den letzten vierzig Jahren eine neue Gattung des Musikfilms entwickelt. Nur wenige Jahre, nachdem die Rockmusik populär und zugleich ein wichtiger und ökonomisch einträglicher Zweig der Musikindustrie geworden war, als klar war, dass Rockmusiker nicht nur riesige Plattenumsätze erzielen, sondern auch große Hallen füllen konnten, und als es zudem gelang, mit den Open-Air-Konzerten nicht nur große Publika zu aktivieren, sondern damit eine ungemein hohe öffentliche Aufmerksamkeit zu gewinnen, wurden die Akteure der Rockmusik ebenso zu einem Gegenstand dokumentarischen Interesses wie die Tourneen, Konzerte und Festivals, die Fankulturen, manchmal sogar die Organisatoren der Veranstaltungen.
Die Bezeichnung Rockumentary, die heute oft als Gattungsname verwendet wird, ist ein Kunstwort aus rock und documentary. Es wurde wohl zum ersten Mal in Rob Reiners Mockumentary THIS IS SPINAL TAP (1984) erwähnt, lange nachdem die Filme in regelmäßiger Folge im Kino gelaufen waren und nicht nur das Interesse von Musikfans, sondern auch von Cineasten gefunden hatten. Die Bezeichnung weist zurück auf die Blütezeit des Direct Cinema, in der nicht nur einige Porträts von Dirigenten und Pianisten sowie Aufzeichnungen klassischer Konzerte entstanden, sondern in der vor allem in den USA Rock-Musiker und ihre Konzerte ein beliebtes dokumentarisches Sujet waren. Die Filme fanden ein hochstrukturiertes vorfilmisches Ereignis vor, in das sie sich nach Art der Programmatik des Direct Cinema einschmiegen konnten. Sie verbanden meist Bilder der Bühnenshows, Aufnahmen des Publikums, manchmal Interviews mit Beteiligten und atmosphärische Bilder der Geschehnisse am Rande des Konzerts. LONELY BOY (USA 1961, Roman Kroiter, Wolf Koenig) über Paul Anka ist der wohl erste Film in dieser Art. D.A. Pennebakers Bob-Dylan-Film DON‘T LOOK BACK (USA 1966), sein Konzert-Film MONTEREY POP (USA 1967) und vor allem Michael Wadleighs mit großem Aufwand gedrehte Dokumentation WOODSTOCK (USA 1970) brachten einen enormen wirtschaftlichen Erfolg und stießen eine ganze Reihe weiterer Filme an. Dazu rechnet die Dokumentation des desaströsen Auftritts der Rolling Stones 1969 in Altamont, bei dem ein Ordner der Hell‘s Angels einen Besucher erstach (GIMME SHELTER, USA 1971, David Maysles, Albert Maysles, Charlotte Zwering). Äußerst erfolgreich war auch Martin Scorseses Film THE LAST WALTZ (USA 1978) über das Abschiedkonzert von The Band. Obwohl Filme im Stil der Rockumentaries immer noch weiter produziert werden (man denke an Jonathan Demmes Talking-Heads-Film STOP MAKING SENSE, USA 1984), feierte Rob Reiner in der Pseudo-Dokumentation THIS IS SPINAL TAP (USA 1984) einen parodistischen Abgesang auf die erste Hochphase des Genres.
In den 1980er Jahren wurde die Rockkonzert-Dokumentation nicht nur zu einem Standardformat des Fernsehens (in Deutschland z.B. zu solchen seriellen Sendeplatz-Formaten wie dem seit 1974 produzierten ROCKPALAST zusammengefasst). Eine große Anzahl von Konzertaufzeichnungen - vor allem in Form der (film-)ästhetisch meist anspruchslosen Livemitschnitte - haben einen eher protokollarischen Anspruch und sind oft nur minimal bearbeitet (darin manchen Theater- und Opernaufzeichnungen verwandt). Die Konzertaufzeichnung dieser Couleur ist eine Fernsehgattung, spielt im Kino keine Rolle; sie setzt das Radio-Konzert mit audiovisuellen Mitteln fort. Mediengeschichtlich ist der Übergang vom Rockumentary zur Konzert-Dokumentation interessant, weil er erst zu Zeiten des Übergangs zur Verbreitung des Home-Videos einsetzt: Erst nun entsteht der Video- und später DVD-Markt als Markt eines neuen Verbreitungsmediums der Musik. Nun wachsen Musik- und Film-/Fernsehindustrie endgültig zusammen. Ursprünglich vor allem zur Verbreiterung des Publikums gedacht und live ausgestrahlt, ist die Konzertdokumentation inzwischen eine der Archivierungs- und Nutzungsformen des Musikmarktes. Es entstanden der Tournee-Film und der Porträtfilm als Varianten des Rockkonzertfilms. Es wurden eine ganze Reihe von Rock-Musikern in Aufnahmen porträtiert oder dokumentiert, die während einer oder mehrerer Tourneen gemacht wurden. Angefangen von ABBA: THE MOVIE (Schweden 1977, Lasse Hallström) über die Australien-Tournee der schwedischen Gruppe, Mitte 1977, über Paul McCartneys GET BACK (Großbritannien 1991, Richard Lester) bis zu UNTERWEGS - DIE HERBERT GRÖNEMEYER-TOUR 2007 (BRD 2007, Ulrich Stein) reichen die Beispiele. Die wenigsten dieser Filme werden im Kino gestartet, sondern sind heute als Video- oder DVD-Kopien einer der festen Vertriebswege der Rock- und Popmusik. Um
so überraschender sind in jüngster Zeit Filme wie das Biopic CONTROL (Großbritannien 2007, Anton Corbijn) über den Sänger Ian Curtis der Band Joy Division oder Martin Scorseses SHINE A LIGHT (USA 2008) über die Rolling Stones, die mit großem Erfolg im Kino ausgewertet wurden.
Es ist das Anliegen des Rockumentary-Projektes, eine erste Sichtung der Menge und der Vielfalt der inzwischen sehr umfangreichen Videothek der Rockmusik-Filme vorzunehmen. Vor allem anhand von kurzen Porträts und Analysen einzelner Filme, aber auch von Übersichtsdarstellungen zu einzelnen Musikern und Musikrichtungen, den wichtigsten Regisseuren der Gattung und einzelnen dokumentarischen Formaten sowie von detaillierteren Analysen soll nicht nur der Bestand gesichert, sondern auch das Problem der Analyse von Rockfilmen angesprochen werden, die sich den meisten Verfahren der traditionellen Filmanalyse gegenüber eher als sperrig erweisen.
Das Projekt ist in progress - darum versteht sich dieses Vorwort auch als Einladung an unsere Leser, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen, die wir regelmäßig in den Kieler Beiträgen zur Filmmusikforschung vorstellen werden. Die Artikel selbst werden auf der Homepage der Kieler Filmmusik-Gruppe (www.filmmmusik.uni-kiel.de) langfristig zugänglich bleiben.
Wir bedanken uns bei allen Autoren, den Mitgliedern der Projektgruppe und bei den festen Mitgliedern der Redaktion Kerstin Bittner, Janwillem Dubil, Julia Fendler, Frederike Kiesel, Patrick Kraft und Imke Schröder
Wir bedanken uns außerdem bei der Firma Aktiv Musik Marketing (AMM), die uns zahlreiche DVDs für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt hat.
Kiel, im März 2010
Susan Levermann
Patrick Niemeier
Hans J. Wulff
Archiv der Filmanalysen: ARCHIV FILMANALYSEN
Nahezu unbeachtet von Film- und Musikwissenschaft hat sich mit dem Rockmusik-Dokumentarfilm und seinen verschiedenen Untergattungen in den letzten vierzig Jahren eine neue Gattung des Musikfilms entwickelt. Nur wenige Jahre, nachdem die Rockmusik populär und zugleich ein wichtiger und ökonomisch einträglicher Zweig der Musikindustrie geworden war, als klar war, dass Rockmusiker nicht nur riesige Plattenumsätze erzielen, sondern auch große Hallen füllen konnten, und als es zudem gelang, mit den Open-Air-Konzerten nicht nur große Publika zu aktivieren, sondern damit eine ungemein hohe öffentliche Aufmerksamkeit zu gewinnen, wurden die Akteure der Rockmusik ebenso zu einem Gegenstand dokumentarischen Interesses wie die Tourneen, Konzerte und Festivals, die Fankulturen, manchmal sogar die Organisatoren der Veranstaltungen.
Die Bezeichnung Rockumentary, die heute oft als Gattungsname verwendet wird, ist ein Kunstwort aus rock und documentary. Es wurde wohl zum ersten Mal in Rob Reiners Mockumentary THIS IS SPINAL TAP (1984) erwähnt, lange nachdem die Filme in regelmäßiger Folge im Kino gelaufen waren und nicht nur das Interesse von Musikfans, sondern auch von Cineasten gefunden hatten. Die Bezeichnung weist zurück auf die Blütezeit des Direct Cinema, in der nicht nur einige Porträts von Dirigenten und Pianisten sowie Aufzeichnungen klassischer Konzerte entstanden, sondern in der vor allem in den USA Rock-Musiker und ihre Konzerte ein beliebtes dokumentarisches Sujet waren. Die Filme fanden ein hochstrukturiertes vorfilmisches Ereignis vor, in das sie sich nach Art der Programmatik des Direct Cinema einschmiegen konnten. Sie verbanden meist Bilder der Bühnenshows, Aufnahmen des Publikums, manchmal Interviews mit Beteiligten und atmosphärische Bilder der Geschehnisse am Rande des Konzerts. LONELY BOY (USA 1961, Roman Kroiter, Wolf Koenig) über Paul Anka ist der wohl erste Film in dieser Art. D.A. Pennebakers Bob-Dylan-Film DON‘T LOOK BACK (USA 1966), sein Konzert-Film MONTEREY POP (USA 1967) und vor allem Michael Wadleighs mit großem Aufwand gedrehte Dokumentation WOODSTOCK (USA 1970) brachten einen enormen wirtschaftlichen Erfolg und stießen eine ganze Reihe weiterer Filme an. Dazu rechnet die Dokumentation des desaströsen Auftritts der Rolling Stones 1969 in Altamont, bei dem ein Ordner der Hell‘s Angels einen Besucher erstach (GIMME SHELTER, USA 1971, David Maysles, Albert Maysles, Charlotte Zwering). Äußerst erfolgreich war auch Martin Scorseses Film THE LAST WALTZ (USA 1978) über das Abschiedkonzert von The Band. Obwohl Filme im Stil der Rockumentaries immer noch weiter produziert werden (man denke an Jonathan Demmes Talking-Heads-Film STOP MAKING SENSE, USA 1984), feierte Rob Reiner in der Pseudo-Dokumentation THIS IS SPINAL TAP (USA 1984) einen parodistischen Abgesang auf die erste Hochphase des Genres.
In den 1980er Jahren wurde die Rockkonzert-Dokumentation nicht nur zu einem Standardformat des Fernsehens (in Deutschland z.B. zu solchen seriellen Sendeplatz-Formaten wie dem seit 1974 produzierten ROCKPALAST zusammengefasst). Eine große Anzahl von Konzertaufzeichnungen - vor allem in Form der (film-)ästhetisch meist anspruchslosen Livemitschnitte - haben einen eher protokollarischen Anspruch und sind oft nur minimal bearbeitet (darin manchen Theater- und Opernaufzeichnungen verwandt). Die Konzertaufzeichnung dieser Couleur ist eine Fernsehgattung, spielt im Kino keine Rolle; sie setzt das Radio-Konzert mit audiovisuellen Mitteln fort. Mediengeschichtlich ist der Übergang vom Rockumentary zur Konzert-Dokumentation interessant, weil er erst zu Zeiten des Übergangs zur Verbreitung des Home-Videos einsetzt: Erst nun entsteht der Video- und später DVD-Markt als Markt eines neuen Verbreitungsmediums der Musik. Nun wachsen Musik- und Film-/Fernsehindustrie endgültig zusammen. Ursprünglich vor allem zur Verbreiterung des Publikums gedacht und live ausgestrahlt, ist die Konzertdokumentation inzwischen eine der Archivierungs- und Nutzungsformen des Musikmarktes. Es entstanden der Tournee-Film und der Porträtfilm als Varianten des Rockkonzertfilms. Es wurden eine ganze Reihe von Rock-Musikern in Aufnahmen porträtiert oder dokumentiert, die während einer oder mehrerer Tourneen gemacht wurden. Angefangen von ABBA: THE MOVIE (Schweden 1977, Lasse Hallström) über die Australien-Tournee der schwedischen Gruppe, Mitte 1977, über Paul McCartneys GET BACK (Großbritannien 1991, Richard Lester) bis zu UNTERWEGS - DIE HERBERT GRÖNEMEYER-TOUR 2007 (BRD 2007, Ulrich Stein) reichen die Beispiele. Die wenigsten dieser Filme werden im Kino gestartet, sondern sind heute als Video- oder DVD-Kopien einer der festen Vertriebswege der Rock- und Popmusik. Um
so überraschender sind in jüngster Zeit Filme wie das Biopic CONTROL (Großbritannien 2007, Anton Corbijn) über den Sänger Ian Curtis der Band Joy Division oder Martin Scorseses SHINE A LIGHT (USA 2008) über die Rolling Stones, die mit großem Erfolg im Kino ausgewertet wurden.
Es ist das Anliegen des Rockumentary-Projektes, eine erste Sichtung der Menge und der Vielfalt der inzwischen sehr umfangreichen Videothek der Rockmusik-Filme vorzunehmen. Vor allem anhand von kurzen Porträts und Analysen einzelner Filme, aber auch von Übersichtsdarstellungen zu einzelnen Musikern und Musikrichtungen, den wichtigsten Regisseuren der Gattung und einzelnen dokumentarischen Formaten sowie von detaillierteren Analysen soll nicht nur der Bestand gesichert, sondern auch das Problem der Analyse von Rockfilmen angesprochen werden, die sich den meisten Verfahren der traditionellen Filmanalyse gegenüber eher als sperrig erweisen.
Das Projekt ist in progress - darum versteht sich dieses Vorwort auch als Einladung an unsere Leser, sich mit eigenen Beiträgen zu beteiligen, die wir regelmäßig in den Kieler Beiträgen zur Filmmusikforschung vorstellen werden. Die Artikel selbst werden auf der Homepage der Kieler Filmmusik-Gruppe (www.filmmmusik.uni-kiel.de) langfristig zugänglich bleiben.
Wir bedanken uns bei allen Autoren, den Mitgliedern der Projektgruppe und bei den festen Mitgliedern der Redaktion Kerstin Bittner, Janwillem Dubil, Julia Fendler, Frederike Kiesel, Patrick Kraft und Imke Schröder
Wir bedanken uns außerdem bei der Firma Aktiv Musik Marketing (AMM), die uns zahlreiche DVDs für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt hat.
Kiel, im März 2010
Susan Levermann
Patrick Niemeier
Hans J. Wulff
Archiv der Filmanalysen: ARCHIV FILMANALYSEN
Donnerstag, 5. August 2010
Wie Songs wandern...
Ein großes Thema, ein langes Thema, das ich nur kurz anschneiden möchte.
Auf dem diesjährigen Klangstadt Open Air sprach mich jemand an, ob ich diesen einen Song kennen würde, den die Ramoonies da gerade spielten. Es war "Surfin` USA" den die Original-Ramones einst von den Beach-Boys gecovered hatten. Nun fand er also seinen Weg an den Poggensee und für eine junge Frau war es einfach ein weiters Lied der Ramoonies. Eins das ihr gefiel und das sie gerne (natürlich von den Ramoonies) kaufen würde. Ihr war nämlich keineswegs bewusst, dass die Ramoonies nicht eigene Songs, sondern Coversongs der Ramones spielen und natülich erstrecht nicht, dass dieses also ein Cover eines Covers war. Heute Abend sah ich gerade in einer Dokumentation über Popmusik wiedermal das Original von den Beach Boys und welche Rolle diese und auch diese ganze Beach-Musik eigentlich in der Entwicklung der Pop-Musik spielten.
Die Beach Boys als ein Teil der amerikanischen Antwort auf die Beatles-Invasion und Beatlemania und diese Musik als Teil der totalen Kommerzialisierung einer Jugendbewegung und als erster Akt der Industrialisierung und damit Professionalisierung der Popmusik. Wie bei einem Ausflug in so einer Gedankenblase könnte man nun die Kamera zurückschwenken lassen auf den Poggensee wo die Ramoonies auf der Bühne spielen, einen neuen Fan gefunden haben, dem diese ganze Geschichte total egal ist, der den Song nur am vorläufigen Ende seiner Reise kennen lernt. Nein, es ging nicht um Kommerzialisierung, es schwang keine Revolution mit und wohl kaum einer dachte an das Schicksal der Beach Boys oder der Ramones als Menschen oder was sie empfunden haben mögen, als sie das erste Mal diesen Song eingespielt haben. Sie stand einfach vor der Bühne und fragte... "Wie heißt der Song? Haben sie den aufgenommen, weißt du das? Der ist cool"
Früher hätte mich sowas aufgeregt... wenn jemand das Original nicht kennt und nichtmal merkt, dass es ein Cover ist... aber warum eigentlich? War es so schlimm in dieser Situation und ist es nicht viel schöner, dass ein Song einen neuen Fan gefunden hat?
Auf dem diesjährigen Klangstadt Open Air sprach mich jemand an, ob ich diesen einen Song kennen würde, den die Ramoonies da gerade spielten. Es war "Surfin` USA" den die Original-Ramones einst von den Beach-Boys gecovered hatten. Nun fand er also seinen Weg an den Poggensee und für eine junge Frau war es einfach ein weiters Lied der Ramoonies. Eins das ihr gefiel und das sie gerne (natürlich von den Ramoonies) kaufen würde. Ihr war nämlich keineswegs bewusst, dass die Ramoonies nicht eigene Songs, sondern Coversongs der Ramones spielen und natülich erstrecht nicht, dass dieses also ein Cover eines Covers war. Heute Abend sah ich gerade in einer Dokumentation über Popmusik wiedermal das Original von den Beach Boys und welche Rolle diese und auch diese ganze Beach-Musik eigentlich in der Entwicklung der Pop-Musik spielten.
Die Beach Boys als ein Teil der amerikanischen Antwort auf die Beatles-Invasion und Beatlemania und diese Musik als Teil der totalen Kommerzialisierung einer Jugendbewegung und als erster Akt der Industrialisierung und damit Professionalisierung der Popmusik. Wie bei einem Ausflug in so einer Gedankenblase könnte man nun die Kamera zurückschwenken lassen auf den Poggensee wo die Ramoonies auf der Bühne spielen, einen neuen Fan gefunden haben, dem diese ganze Geschichte total egal ist, der den Song nur am vorläufigen Ende seiner Reise kennen lernt. Nein, es ging nicht um Kommerzialisierung, es schwang keine Revolution mit und wohl kaum einer dachte an das Schicksal der Beach Boys oder der Ramones als Menschen oder was sie empfunden haben mögen, als sie das erste Mal diesen Song eingespielt haben. Sie stand einfach vor der Bühne und fragte... "Wie heißt der Song? Haben sie den aufgenommen, weißt du das? Der ist cool"
Früher hätte mich sowas aufgeregt... wenn jemand das Original nicht kennt und nichtmal merkt, dass es ein Cover ist... aber warum eigentlich? War es so schlimm in dieser Situation und ist es nicht viel schöner, dass ein Song einen neuen Fan gefunden hat?
Mittwoch, 4. August 2010
Los geht es....
"Es war ein Donnerstag, an dem ich beschloss der berühmteste Mensch der Welt zu werden - vielleicht war es auch ein Mittwoch... rückblickend bin ich mir nicht mehr so sicher" - So begann ein Roman an dem ich mal gearbeitet habe und aus dem nie wirklich viel mehr als ein paar Seiten wurde. Fragt mich nicht worum es ging. Es sollte von einem Musiker handeln, der eine Karriere ohne fertige Songs anstrebt. Der einfach loslegt, rausgeht und es am Ende damit sogar schafft diese Seifenblase zu verkaufen. Was geblieben ist, ist eigentlich so etwas unfertiges, eine Seifenblase... eine aufgeblasene Idee, wie ich sie manchmal habe und dann (oft zurecht) verwerfe.
Doch irgendwie mag ich die Zeile noch... und nachdem auch meine diversen Blog-Versuche irgendwo versackt, eingestellt, verändert und verendet sind, musste ja mal ein neuer Anlauf kommen. Meistens ging es da eh hauptsächlich um meine Band... die "Puppies on acid"... doch vielleicht ist es an der Zeit viel mehr Persönliches zu schreiben, als das, was viele immer nur als Promo auffassen.
Und so startet heute also ein neuer Blog... er trägt als Titel den Auszug aus einem Song der Band TempEau, der mir einfach gefällt. Vor allem im Zusammenhang mit "und es fehlt deine Art, dein Mut und dein Mundwerk und dein Name unter dem Bild". Ich finde er ist gewaltig in seiner simplen Aussage des Vermissens. Unweigerlich stelle ich mir immer eins der vielen Bilder in den Social Networks vor... auf dem Verlinkungen gelöscht wurden. Das würde passen. Doch darum geht es vermutlich gar nicht. Es kann auch das erste Foto nach einer Trennung sein. Oder das erste Foto eines Teams auf dem alte Weggefährten nicht mehr mit drauf sind. Für mich transportiert der Satz viel. Ich habe das Lied im vergangen Jahr sehr oft gehört. Mein Verhältnis zu TempEau war immer ein Besonderes. Nicht nur, weil sie die erste wirklich bekanntere Band waren, die ich interviewed haben, sondern auch, weil sie irgendwie zu Wegbegleitern einer bestimmten Phase geworden waren. Plötzlich fehlt der Bandname selbst unter den Bildern, seitdem Jan und Stoppel zurück zu "Selig" gegangen sind. Doch ich schweife ab.... man sieht. Es gibt viel zu erhählen.
Und irgendwie soll das auch das Thema all dieser Blogs sein. Musik, ihre Texte, Konzerte, Rockfilme, Rockumentaries, vielleicht populär-kulturelle Ereignisse oder Überzeugungen. Ich mag Wörter, ich mag Musik... als Journalist bin ich ( so ist das ja nunmal ) zumeist daran gebunden, was in das Format der jeweiligen Zeitung oder Zeitschrift passt oder gehört. Hier soll das nicht so sein.
Doch zurück zum ersten Satz. Vor kurzem fiel mir das Manuskript in die Hände... also diese paar Seiten und ich dachte, wo man diesen doch guten Beginn veröffentlichen könnte. Und ich befand, dass ich eigentlich malwieder einen Blogversuch starten sollte. Also los geht es... schauen wir was kommt.
Doch irgendwie mag ich die Zeile noch... und nachdem auch meine diversen Blog-Versuche irgendwo versackt, eingestellt, verändert und verendet sind, musste ja mal ein neuer Anlauf kommen. Meistens ging es da eh hauptsächlich um meine Band... die "Puppies on acid"... doch vielleicht ist es an der Zeit viel mehr Persönliches zu schreiben, als das, was viele immer nur als Promo auffassen.
Und so startet heute also ein neuer Blog... er trägt als Titel den Auszug aus einem Song der Band TempEau, der mir einfach gefällt. Vor allem im Zusammenhang mit "und es fehlt deine Art, dein Mut und dein Mundwerk und dein Name unter dem Bild". Ich finde er ist gewaltig in seiner simplen Aussage des Vermissens. Unweigerlich stelle ich mir immer eins der vielen Bilder in den Social Networks vor... auf dem Verlinkungen gelöscht wurden. Das würde passen. Doch darum geht es vermutlich gar nicht. Es kann auch das erste Foto nach einer Trennung sein. Oder das erste Foto eines Teams auf dem alte Weggefährten nicht mehr mit drauf sind. Für mich transportiert der Satz viel. Ich habe das Lied im vergangen Jahr sehr oft gehört. Mein Verhältnis zu TempEau war immer ein Besonderes. Nicht nur, weil sie die erste wirklich bekanntere Band waren, die ich interviewed haben, sondern auch, weil sie irgendwie zu Wegbegleitern einer bestimmten Phase geworden waren. Plötzlich fehlt der Bandname selbst unter den Bildern, seitdem Jan und Stoppel zurück zu "Selig" gegangen sind. Doch ich schweife ab.... man sieht. Es gibt viel zu erhählen.
Und irgendwie soll das auch das Thema all dieser Blogs sein. Musik, ihre Texte, Konzerte, Rockfilme, Rockumentaries, vielleicht populär-kulturelle Ereignisse oder Überzeugungen. Ich mag Wörter, ich mag Musik... als Journalist bin ich ( so ist das ja nunmal ) zumeist daran gebunden, was in das Format der jeweiligen Zeitung oder Zeitschrift passt oder gehört. Hier soll das nicht so sein.
Doch zurück zum ersten Satz. Vor kurzem fiel mir das Manuskript in die Hände... also diese paar Seiten und ich dachte, wo man diesen doch guten Beginn veröffentlichen könnte. Und ich befand, dass ich eigentlich malwieder einen Blogversuch starten sollte. Also los geht es... schauen wir was kommt.
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